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6/25/2017 : 12:24 am : +0200

Schmierstoffe, Hydrauliköl und Motorenöl



Motorenöl ist ein Schmierstoff für Antriebsmaschinen und soll Reibung verhindern und die thermische Belastung der Maschine vermindern. Oft glaubt man, das Öl sein unbegrenzt haltbar. Aber Vorsicht: Das Öl nimmt Kondenswasser auf, die zahlreichen Additive, die dem Öl seine Eigenschaften geben, verflüchtigen sich und verändern die Leistungsfähigkeit von Schmierung und Kühlung. Hier zählen also nicht die Betriebsstunden, sondern die Standzeiten. Spätestens nach einem Jahr sollte das Motorenöl gewechselt werden, selbst wenn die vom Hersteller angegebenen Betriebsstunden noch nicht vollständig genutzt wurden. Es werden daher spezielle Öle angeboten, die mit Konservierungsstoffen versetzt sind, so dass der stehende Motor geschützt wird. Empfehlenswert sind diese Produkte, wenn das Fahrzeug nicht regelmäßig genutzt wird.

Reibung tritt in Lagern von Achsen und Wellen, an Flanken von Bewegungsschrauben, Zahn- und Kettenrädern sowie bei anderen beweglichen Bauteilen auf. Um das Gleiten der Paarungsflächen zu erleichtern und um Verschleiß zu vermindern, werden Schmierstoffe verwendet. Diese sollen die Gleitstellen benetzen, an den Werkstoffen haften, die Unebenheiten der Paarungsflächen voneinander trennen, selbst eine geringe innere Reibung aufweisen, die Bauteile nicht angreifen und sie vor Korrosion schützen, womöglich noch kühlen, Druck übertragen, abdichten und die Schmierstellen vor Schmutz und Wasserzutritt bewahren. Als Schmierstoffe kommen Flüssigkeiten, Fette, pastöse Anteigungen, Feststoffe, gleitfähige Kunststoffe, Trockenschmierfilme und Gase in Frage. Im Allgemeinen erfüllen Öle am besten die Anforderungen, zumal sich mit ihnen eine hydromechanische Schmierung erzielen lässt. Für Kunststoff- oder Gummilager kommen auch Wasser oder Wasser-Öl-Emulsionen in Betracht. Fette sind salbenartige Stoffe, bei denen in einem Metallseifengerüst oder in Verdickungsstoffen Öle eingearbeitet sind. Pastöse Anteigungen sind eine Mischung aus pulverförmigen Feststoffen mit Ölen oder Fetten . Sie dienen hauptsächlich als Dünnfilmschmierung bei Einlaufschwierigkeiten. Feststoffe sind meist aus Graphit bzw. Molybdändisulfid in Pulver- oder Schuppenform. Sie Haften gut an den Gleitflächen und machen diese gleitfähiger. Oft werden sie in Verbindung mit Ölen, Fetten oder Kunststoffen angewandt. Gleitfähige Kunststoffe sind meistens Polyamid, Polyacetal, PTFE und PFEP, die für Gleitschienen, Lager, Wellendichtungen und Zahnräder verwendet werden. Trockenschmierfilme sind Schmierstoffe in Form von Filmen als Dauerschmierung, die ein Verschmutzen des zu verarbeitenden Gutes (Lebensmitteln oder Textilien) ausschließen. Und schließlich dienen Gase - mtunter auch Luft - zur Schmierung der Gleitlager kleiner, sehr schnell laufender Maschinen.

Hydrauliköl ist eine spezielle Sorte von Hydraulikflüssigkeit, die wie alle anderen derartigen Flüssigkeiten der Kraftübertragung in hydraulischen Systemen dient. Abhängig von den geforderten Eigenschaften, werden verschiedene Mischungen eingesetzt und von den Herstellern der Maschinen empfohlen oder vorgeschrieben. In einzelnen Fällen, zum Beispiel zum Betrieb von Hydraulikstößeln in einem Triebwerk, wird Motoröl als Hydraulikflüssigkeit genutzt. Prinzipiell könnte auch Wasser als Hydraulikflüssigkeit eingesetzt werden - was am Beginn der technischen Entwicklung auch der Fall war. Heutiger Stand der Technik ist allerdings eine Mischung aus Öl und Wasser zu einer Emulsion. Hydrauliköl im strengen Sinne wird auf Mineralölbasis hergestellt und durch die Beimischung von Zusatzstoffen für die Nutzung im Hydraulikbereich optimiert. In den allermeisten Systemen tut genau diese Flüssigkeit ihren Dienst. Die technischen Spezifikationen sind durch ISO- bzw. DIN-Normen festgelegt. Zu den notwendigen Eigenschaften einer Hydraulikflüssigkeit gehört eine geringe Kompressibilität. Das Volumen der Flüssigkeit ändert sich also durch Druck auf die Oberfläche nur unwesentlich. Alterungsbeständigkeit, gute Schmiereigenschaften, Temperaturbeständigkeit, geringe Brennbarkeit und hohe Fließfähigkeit gehören zu den weiteren notwendigen Anforderungen, die der Techniker an eine Hydraulikflüssigkeit stellt. Natürlich muss sich die eingesetzte Flüssigkeit auch mit den Dichtungen des hydraulischen Systems vertragen, sollte also weder Säuren noch Harze enthalten. Besonders bei Maschinen, die bei der Holzfällung oder Holzverarbeitung eingesetzt werden, ist die biologische Abbaubarkeit ein wichtiges Kriterium. Sie wird durch die Nutzung von pflanzlichen Ölen erreicht. Hydrauliköl ist mit einer Reihe von Bezeichnungen - HL, HM, HV und HLPD - im Handel, die gemäß technischer Norm Zusatzstoffe für den Korrosionsschutz, zur Verschleissminderung etc. signalisieren.

 

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